Schröpfen

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Schröpfen –

ein traditionelles Naturheilverfahren

Schon seit Jahrtausenden wird das Schröpfen weltweit in verschiedenen Kulturen eingesetzt. Auch im antiken Griechenland war die Therapie mit Unterdruck ein sehr wichtiges Behandlungsverfahren, weshalb die Schröpfglocke sogar als Symbol für Ärzte diente. Schröpfen zählt zu den klassischen Ausleitungsverfahren.

Es wird zwischen dem trockenen Schröpfen, dem blutigen Schröpfen und der Schröpfkopfmassage unterschieden. Das blutige Schröpfen geriet im Mittelalter in Verruf, da es ebenso wie der Aderlass exzessiv und ohne die notwendigen hygienischen Maßnahmen betrieben wurde. Heute spielt das Schröpfen in vielen naturheilkundlichen Praxen sowohl in Asien als auch in Europa eine große Rolle.

Durchführung der Schröpftherapie

Das Schröpfen erfolgt mithilfe sogenannter Schröpfgläser, welche auf die Haut gesetzt werden. Vor dem Aufsetzen der Gläser wird in ihnen ein Vakuum oder zumindest ein Unterdruck erzeugt. Das geschieht mithilfe von hochprozentigem Alkohol und Feuer (Feuerschröpfen) oder von einer Vakuumpumpe. Danach wird das Schröpfglas sofort auf die Haut gesetzt. Der Unterdruck saugt die Haut an und das Glas sitzt fest. Meist wird das Schröpfen mit der Reflexzonentherapie kombiniert, indem die Schröpfgläser im Bereich der Reflexzonen auf dem Rücken des Patienten aufgesetzt werden.

Das trockene Schröpfen

Die oben beschriebene Art wird als trockenes Schröpfen bezeichnet. Die Saugwirkung aktiviert die Reflexzonen, wodurch auch die inneren Organe und Organsysteme, die diesen Reflexzonen zugeordnet sind, beeinflusst werden können. Meist werden die Schröpfgläser nach etwa 10 bis 15 Minuten wieder abgenommen. In der Traditionellen Chinesischen Medizin und den anderen asiatischen Heilmethoden wird das durchblutungssteigernde trockene Schröpfen eher bei Leere-Zuständen (Yin, Kälte) angewandt.

Das blutige Schröpfen

Bei dieser Art des Schröpfens werden die betroffenen Hautstellen vor dem Aufsetzen der Schröpfgläser leicht angeritzt bzw. gestichelt. Dies geschieht entweder mit einem sogenannten Schröpfschnepper oder einem Hämostilett, also einer sterilen Lanzette.
Anschließend werden die Schröpfgläser aufgesetzt. Durch die Saugwirkung füllen sich diese mit Gewebewasser und Blut. Nach etwa 10 – 15 Minuten werden sie vorsichtig wieder entfernt.
In der Traditionellen Chinesischen Medizin und den anderen asiatischen Heilmethoden wird das blutige Schröpfen eher bei Fülle-Zuständen (Yang, Hitze) angewandt.

Die Wirkung des Schröpfens

Die trockene und blutige Schröpftherapie kommt insbesondere bei sogenannten Gelosen zum Einsatz.
Gelosen sind tastbare Veränderungen, meist Verhärtungen in der Unterhaut. Kalte Gelosen weisen auf einen gestörten Blutfluss hin.
Sie sind klein, kalt, energiearm, eingesunken und nur bei festem Druck schmerzhaft. Hier kommt trockenes Schröpfen zum Einsatz. Es wirkt durchblutungsfördernd, aktivierend und kräftigend.
Heiße Gelosen hingegen lassen eher auf einen Fülle-zustand schließen. Sie sind prall, überwärmt, druckschmerzhaft, etwa 2-Euro-münzgroß. Hier ist das blutige Schröpfen das Mittel der Wahl. Es hat eine Blut-entziehende, ausleitende und entlastende Wirkung auf das Gewebe darunter, auch auf die Muskulatur und die durch Reflexzonen zugeordneten Organe.

Die Schröpfkopfmassage

Bei dieser Form des Schröpfens wird der Körper des Patienten vor der Behandlung mit Salbe oder Öl eingerieben. Hier massiert der Therapeut den Körper des Patienten mit dem Saugglas, indem er das durch den erzeugten Unterdruck festgesogene Glas langsam auf dem Rücken verschiebt. Man nennt das Verfahren auch Saugwellenmassage. Danach wird das Hautareal gut durchblutet sein, was man an der bläulichen oder rötlichen Verfärbung sieht.

Einsatz des Schröpfens

Da durch die Aktivierung der Reflexzonen auch innere Organe beeinflusst werden, ist das Schröpfen bei verschiedenen Krankheitsbildern empfehlenswert.

Dazu gehören beispielsweise:

– Erkrankungen des Bewegungsapparates (zum Beispiel Rückenschmerzen)

– Erkrankungen des Verdauungstraktes (zum Beispiel funktionelle Darmerkrankungen)

– Erkrankungen der Atemwege (zum Beispiel akute oder chronische Bronchitis)

– Schwächezustände (zum Beispiel niedriger Blutdruck)

– funktionelle Herzbeschwerden

– chronische Entzündungen (zum Beispiel Nasennebenhöhlenentzündung)

Allerdings gibt es auch Situationen, bei denen das Schröpfen nicht zum Einsatz kommen darf. Dies ist insbesondere der Fall, wenn das zu behandelnde Areal akut entzündet ist oder allergische Hautveränderungen bestehen.
Bei Gerinnungsstörungen darf das blutige Schröpfen nicht angewendet werden.

 

(Textquelle: © 2020 Pascoe Naturmedizin)

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